Donnerstag, 10. August 2017

Thomas Brussig: Beste Absichten [Rezension]

Damals als Musik noch das wichtigste war

Ostberlin 1989. In einem Keller probt Die Seuche, eine Band, die Großes vorhat. Ihr einziger Fan ist zugleich ihr Manager. Äppstiehn tut, was er kann – und das ist nicht viel. Die Seuche spielt bei Familienfesten und Geburtstagsfeiern und lässt sich in Autoschiebereien am Rande der Prager Botschaft verwickeln. Doch gegen die Wende ist sogar Äppstiehn machtlos. Plötzlich spielt Musik keine Rolle mehr. Aber geht das überhaupt? (Klappentext)

Thomas Brussig hat es wieder getan, er schreibt über das Ende der DDR. Diesmal erleben wir mit den Protagonisten das Ende aus musikalischer Sicht gesehen. Es ist faszinierend, wie er zwar immer wieder über ein Thema schreibt, es aber doch immer wieder anders erzählt wird und somit bisher noch nicht langweilig wird. Brussigs Schreibstil ist zudem wieder angenehm zu lesen und sprachlich wieder top. Kenner der DDR (und deren Musikszene) kommen hier voll auf ihre Kosten, denn alles, was man so kennt, wird hier verarbeitet. Manchmal mutet es auch etwas skurril an, was der Autor hier zusammenschreibt, hat aber auch einen erklärenden Charakter, der unterhält. Aber die Erlebnisse sind nicht nur durch die Musik geprägt, auch durch die Wende.
Die Charaktere zeichnen sich im Übrigen durch ihren Hang zur Musik aus, der Name der Band „Die Seuche“ ist schon gewöhnungsbedürftig. Die Geschichte ist zudem aus Ich-Perspektive geschrieben, dem Protagonisten, der auf den Namen „Äppstiehn“ getauft wird. Äppstiehn kann im Grunde nicht viel, er kann weder singen und noch ein Musikinstrument spielen und wird dennoch Manager einer Band.

Ein kurzweiliger Roman für zwischendurch, der das Thema DDR / Ende der DDR in typischer Brussig-Manier aufgreift.

Bewertung:

 





Infos zum Buch:

Autor: Thomas Brussig
Titel: Beste Absichten
Verlag: S. FISCHER
Erscheinungsdatum: 16.03.2017
Roman, 192 Seiten

Hardcover 18,00 €
ISBN: 978-3-10-397243-6

E-Book 16,99 €
ISBN: 978-3-10-490274-6

Kommentare:

  1. Hallo Tarika,
    das Thema klingt ja spannend; Thomas Brussig war mir bisher auch noch kein Begriff und ich hab auch noch gar kein Buch gelesen, dass sich mit dem Ende der DDR auseinandersetzt.
    Sehr spannend, danke für die Vorstellung!

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  2. Antworten
    1. Hallo Daniela,

      danke, das freut mich wieder sehr :D

      Liebe Grüße, Tarika

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